Herzerlbrot (6 Stück)

Unlängst hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, die meinte Brot backen ist doch viel Arbeit. Das Kneten und Warten verbraucht so viel Zeit, die sie eigentlich nicht hat. Dazu kommt noch, dass sie sich nicht zutraut Brot zu backen. Warum ist das eigentlich so? Früher war es ganz normal, ja sogar notwendig, dass Brot zu Hause selbst gebacken wurde. Es gab am Land oft nicht die Möglichkeit, einfach so um Bäcker zu gehen und sich frisches Brot zu kaufen.

Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern, als meine Oma in Olbendorf freitags Brot gebacken hat. Der Brotbackofen integriert in die Küche, der Teig wurde in einer Holzwanne geknetet, als Zugabe kam das „Ura“ in den Teig. Das „Ura“ war Sauerteig. Dieser Sauerteig war Brotteig, der auf ein Teller gelegt wurde und dann einfach stehen gelassen wurde. Am Vortag des Backteiges wurde er in warmes Wasser eingelegt und fertig war er. Auch nicht die große Wissenschaft möchte man meinen.

Auch bei uns zu Hause in Litzelsdorf wurde Brot gebacken. Es hat aber immer anders geschmeckt. Und das zeichnete das Brot backen aus, Brot darf auch unterschiedlich schmecken – es ist quasi die Visitenkarte des/der Bäcker(in). Heute backe ich auch gerne mein Brot, leider besitze ich keinen „gesetzten“ Ofen, und ehrlich, bei mir muss es meistens schnell gehen, deshalb habe ich meine Liebe zum No-Need-to-Knead Brot entdeckt.

Du denkst dir jetzt, was will sie schon wieder mit ihrem Englisch?! Okay, kurz die Erklärung auf Deutsch: mein Brot wird nicht geknetet, sondern zusammengerührt. Sauerteig und Germ (= Hefe) übernehmen diese Arbeit und dann gibt es eine lange Gärzeit im Kühlschrank.

Zutaten für 6 Herzerlbrot (oder 1 Wecken Brot)

  • 500 g Roggenmehl
  • 250 g Dinkelmehl
  • 30 g Roggensauerteig (Trockenprodukt)
  • 1 Päckchen Trockengerm (Dr. Oetker)
  • 3 gestrichene Teelöffel Salz
  • 1 – 2 TL Brotgewürz (optional, muss nicht sein)
  • 500 – 600 ml lauwarmes Wasser

Alle trockenen Zutaten in eine Germschüssel (ich habe meine bei Tupperware gekauft). Zu Beginn einmal 500 ml lauwarmes Wasser zugeben und die Zutaten mit Hilfe eines Kochlöffels verrühren. Sollte der Teig noch zu trocken sein, einfach noch Wasser hinzufügen. Der Teig sollte (siehe Foto) relativ weich sein.

So schaut’s aus, wenn ich starte. Mehle und Trockensauerteig kommen aus der Sagmeister Mühle in Litzelsdorf.
So sollte der Teig nach dem Zusammenrühren aussehen.

Den Teig jetzt einmal bei Raumtemperatur (dauert ca. 30 Minuten gehen lassen). Noch einmal zusammenrühren, Deckel aufsetzen und in den Kühlschrank geben. Dort lasse ich ihn über Nacht gehen.

Nach dem ersten Gehvorgang.
So schaut der Teig in der Früh aus. Bereit zum Weiterverarbeiten

Da ja bald Valentinstag ist, habe ich den Teig dieses Mal in meine Herz-Silikonformen gefüllt. Da der Teig ja kalt gegangen ist, stelle ich ihn sofort ins Backrohr. Stelle die Temperatur auf 220 °C (Ober- und Unterhitze) ein und nach einer guten Stunde ist mein Brot fertig. Die Teigmenge reicht für eine Kastenform aus. Die Kastenform wird von mir ausgefettet und bemehlt bevor ich den Teig reingebe.

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